Reichsgraf von Kesselstatt | Jahrgangsberichte


Jahrgangsberichte

  • 2020

    Jahrgangsbericht
    2020

    Beginn der Lese
    15.09.2020
    Ende der Lese
    19.10.2020
    Gesamtfläche
    67 hl/ha
    Die Wintermonate waren, abgesehen von einer Niederschlagswelle Mitte Februar, von Trockenheit geprägt.

    Durch die trocken-warme Witterung schritt die Entwicklung der jungen Triebe im Frühjahr schnell voran.
    Begünstigt durch warme Temperaturen verlief der Austrieb der Knospen Anfang April in unseren Steillagen an der Mittelmosel sowie etwa 7 Tage später an Saar und Ruwer, rasch und unkompliziert.
    In den kühleren Seitentälern an Saar und Ruwer wurden zwei Parzellen von Frösten in April und Mai geschädigt, sodass viele Rebstöcke erneut austrieben und sich die dortige Reife der Trauben etwas verzögerte.
    Im weiteren Entwicklungsverlauf der Gescheine verlief die Blütephase Anfang bis Mitte Juni - trotz feucht, kühler Witterung - reibungslos und nahezu ohne Ertragseinbußen.

    Abgesehen von partiell auftretendem Starkregen in einigen Gemeinden der Mittelmosel, war auch der Sommer 2020 geprägt von Trockenheit.
    Aufgrund der plötzlich eintretenden Hitzeperiode mit intensiver Sonneneinstrahlung Anfang August kam es in einigen Teilen unserer Weinberge zu Sonnenbrandschäden an den Trauben.
    Die konstant warme Witterung führte allerdings auch dazu, dass unsere Rebpflanzen fast komplett von Pilzbefall verschont blieben.

    Hierdurch konnten wir zu Beginn der Ernte Mitte September, bei spätsommerlichen Temperaturen nahezu vollkommen gesundes Lesegut mit perfekter physiologischer Reife ernten.

    Während der zweiten Hälfte des Ernteverlaufs sanken die Temperaturen auf durchschnittlich 10 Grad Celsius, was mit dem Einsatz von Regen einherging.
    Nach einer dreitägigen Lesepause konnten wir dann bei strahlendem Sonnenschein eine Trockenbeerenauslese in Top-Qualität in unserer Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Grosse Lage ernten und damit die Ernte 2020 abschließen.

    Mit durchschnittlichen Mostgewichten von ca. 85 Grad Oechsle und perfekter Traubenreife haben wir erneut die hervorragende Grundlage für ein vielschichtiges - von individuellem Terroir geprägtes - Sortiment geschaffen.
    Das Traubenmaterial wurde, ganz nach Kesselstatt-Philosophie, in qualitätsorientierter selektiver Handlese geerntet und schonend in unserem modernen Weinkeller zu großartigen Weinen vinifiziert.

    Wir freuen uns in diesem Sinne auf einen spannenden Weinjahrgang 2020 mit Spitzenqualitäten - vom Gutswein bis hin zur Trockenbeerenauslese.

    Morscheid, Dezember 2020
  • 2019

    Jahrgangsbericht
    2019

    Beginn der Lese
    23.09.2019
    Ende der Lese
    17.10.2019
    Gesamtfläche
    35 hl/ha
    Auslesen lohnt sich!
    Wir schwelgten alle noch in den Erinnerungen an den sonnigen, üppigen Jahrgang 2018, als draußen in den Weinbergen bereits der neue Jahrgang heranwuchs.
    Die trockenen Böden wurden über den Winter nur mäßig mit Wasser versorgt. Also haben wir mit weinbaulichen Maßnahmen versucht, die Wurzeloberfläche und somit auch den Wassergehalt für die Reben zu erhöhen, mit dem Ziel, die neue Saison möglichst ohne Mangelsituationen und Trockenstress zu meistern.

    Mitte April, der 2 °C wärmer war als das langjährige Mittel, fingen die Knospen an zu schwellen. Dies war das erste Indiz dafür, dass die Saison bald starten sollte. Am Osterwochenende war es dann endlich soweit: innerhalb weniger Tage waren die Triebe in all unseren Lagen gewachsen.

    Mit den hiesigen klimatischen Veränderungen und dem einhergehenden früheren Austrieb der Knospen stieg das Risiko von den Eisheiligen überrascht zu werden und tatsächlich: am 5. und 6. Mai senkte sich das Quecksilber in den Minusbereich und viele der jungen Triebe wurden durch nur wenige Stunden Frost zerstört. Insgesamt wurde unser Ertrag bereits jetzt um ca. 25% reduziert. Besonders betroffen waren die Weinberge an Saar und Ruwer, die Mittelmosel hingegen blieb weitestgehend vom Frost verschont.

    Frühjahr und Sommer waren sehr sonnig, auch die Blüte verlief in allen drei Flusstälern zügig von Mitte bis Ende Juni. In den alten Weinbergen entwickelten sich die Trauben prächtig, obwohl der ein oder andere Liter Wasser sehr gut getan hätte. Stattdessen erlebten wir zwei Hitzewellen mit Rekordtemperaturen Ende Juli an der Saar mit 41,6°C und noch einmal Ende August mit 35°C. Das verursachte weitere Ernteeinbußen, denn Sonnenbrand schädigte alle exponierten Beeren und deren Stielgerüst enorm.

    Nach dem Sommer waren die Beerenhäute fest und unflexibel, da zum Zeitpunkt der Zellteilung die Wasserversorgung knapp war. Mit dem einsetzenden Regen zum Erntebeginn platzten die Träubchen regelrecht auf, da die Beerenhäute der wachsenden Spannung durch den inneren Wasserdruck nicht standhalten konnten. Die Weinernte 2019 stand somit unter dem Motto der „Selektion“, denn aufgrund der anhaltend schlechten Witterung war die Fäulnis durch weiterhin aufplatzende Beeren nicht aufzuhalten. Es bedurfte mehrerer Arbeitseinsätze in jedem Weinberg, um die jeweils gewünschten Qualitäten auszulesen.

    Die Ernte begann am 23.9.2019 und endete am 17.10.2019 mit einem Ertrag von 35 hl/ha. Die Mostgewichte lagen in der Regel zwischen 90° und 110°Oe. Zudem konnte auch eine TBA im Piesporter Goldtröpfchen mit 233°Oe selektioniert werden.

    Ein großes Dankeschön geht an unser hervorragendes Weinbergs-Team, das die Lese 2019 mit vorbildlichem Arbeitseinsatz bei widrigsten Bedingungen gemeistert hat: nur dadurch war es möglich, höchste Qualitäten zu ernten.
    Fazit: In unzähligen Mühen wächst das Schöne (Euripides).

    In diesem Sinne: Freuen Sie sich, gemeinsam mit uns, auf einen besonderen Jahrgang 2019, der mit lebendiger, filigraner Säure, konzentrierten Fruchtaromen und komplexer Struktur besticht.

    Morscheid, 2. Dezember 2019
  • 2018

    Jahrgangsbericht
    2018

    Beginn der Lese
    17.09.2018
    Ende der Lese
    23.10.2018
    Gesamtfläche
    63 hl/ha
    Ein Jahr der Superlative...
    Es war ein Jahr im Namen der Sonne.
    So kann man diesen großartigen Jahrgang perfekt beschreiben. Dieses Sommermärchen war nicht nur für uns Menschen ein Genuss, sondern tat auch unseren Trauben sehr gut. Die extra Portion Wärme brachte eine außergewöhnliche Reife, Aromatik und Mineralität, gekrönt von einer tollen Quantität.

    Das Jahr startete NASS, gefühlt waren es drei Monate mit geballten Niederschlägen. Das sollte sich später im Jahr als glückliche Fügung erweisen, als ob Mutter Natur schon geahnt hätte, was auf uns zukommen würde. Ergo sind wir mit vollen Wasser-Reservoirs in die neue Vegetationsperiode gestartet.

    Der Frühling war warm und trocken - beides Bedingungen, die einen frühen Austrieb begünstigen, und das war dann auch der Fall. Kalendarisch war er sogar noch früher als im Vorjahr, nämlich bereits am 20. April. Ein früher Austrieb lässt uns Winzer noch einmal kurz innehalten, aber in diesem Jahr zogen die Eisheiligen glücklicherweise an uns vorbei.
    Das hohe Wasserangebot, gepaart mit den Sonnenstrahlen, ließ die jungen Triebe rasch wachsen. So sehr, dass wir während der Laubarbeiten schon klimatische Anpassungen in unseren drei Tälern beobachten konnten. Überall an Mosel, Saar und Ruwer war die physiologische Entwicklung gleich auf. Aus den unzähligen Traubenansätzen entwickelten sich dank optimaler Bedingungen während der Blüte wunderbare, lockere Trauben. Die Sommertemperaturen stiegen Tag für Tag und die Tage wurden schöner und schöner. Ein mediterranes Klima machte sich in den hiesigen Gefilden breit und lud zum Träumen ein.

    Probleme gab es nur für junge Rebanlagen, Reben deren Wurzelwerk noch nicht die Tiefe erreicht hat, um trockene Perioden ohne Beeinträchtigung zu überstehen. Alte Reben mit einer großen Wurzeloberfläche und vor allem tiefen Wurzeln hingegen zeigten keinerlei Defizite auf. Ganz im Gegenteil: in diesen Weinbergen konnten wir goldgelbe, zuckersüße und vollreife Trauben ernten, welche mit ihrer Fruchtreife und der Säure unbestechlich erscheinen. Dazu die hervorragende Mostausbeute, sozusagen das berühmte Tüpfelchen auf dem i.

    Alle Qualitäten und Prädikate zeigen sich von ihrer besten Seite! In der Spitze hatten wir das Glück, verschiedene Trockenbeerenauslesen mit bis zu 260°Oe zu selektieren, unter anderem im Kaseler Nies‘chen. Die spontanen Gärungen ließen am Anfang auf sich warten, da hieß es dann „COOL“ bleiben, aber schon jetzt begeistern die Weine mit klarer Frucht und verheißungsvollen „Sponti-Nasen“. Erwarten Sie voller Vorfreude einen großartigen Jahrgang …!

    Morscheid, 12. November 2018
  • 2017

    Jahrgangsbericht
    2017

    Beginn der Lese
    25.09.2017
    Ende der Lese
    14.10.2017
    VDP.GROSSE LAGE®
    25 hl/ha
    Gesamtfläche
    31 hl/ha
    Mut zur Herausforderung....

    Rückblickend ist jedes weinbauliche Jahr ein besonderes und jedes Jahr kommt erneut der Satz auf „…das habe ich so noch nicht erlebt...“ So gilt auch das Jahr 2017 zu den ereignisreicheren Jahren, in denen Mutter Natur wieder einmal bewiesen hat, wer die entscheidenden Parameter vorgibt.  Neben den klimatischen Extremen wie Frost, Hitze, Trockenheit und der Gewissheit, dass irgendwann der Regen kommen wird, muss der Winzer mit kühlem Kopf und im Einklang mit den Gegebenheiten moderate Wege einschlagen.
    Das Jahr begann mit einem sehr warmen Frühjahr welches den frühen Austrieb der Reben förderte. Das Frostrisiko war sehr hoch und wie befürchtet wurden die sich bereits fächernden Knospen „von den Eisheiligen überrannt“. Drei kalte Nächte im April haben der Wein– und Landwirtschaft in ganz Europa sehr stark zugesetzt. Eine Schönwetterperiode nach diesen kalten Tagen ließ die sekundären Augen schnell wachsen, was den Verlust durch den Frost partiell minimieren konnte. Zur Blüte herrschten nahezu perfekte Bedingungen aufgrund moderater Temperaturen und sehr geringer Niederschläge im Juni.  
    Die heißen Tage des Frühjahrs brachten allerdings auch ihre Schattenseiten mit sich: vor allen Dingen die jungen Weinberge hatten mit großem Trockenstress zu kämpfen, da die Wasserbilanz der Böden bereits durch den niederschlagsarmen Winter negativ war. Alte Reben mit erschlossenen Wasserressourcen hingegen profitierten von dem verlängerten Zyklus. Das Weinjahr verging gefühlt sehr schnell und die Reife war im Durchschnitt letztendlich zwei Wochen früher an, als das langjährige Mittel. Allerdings brachten die verregneten Monate Juli und August eine frühe und unreife Botrytis mit sich.
    Mit einer großen Lesemannschaft von 52 Frauen und Männern standen wir gut vorbereitet schon am 21.9.2017 bereit, um mit der Vorlese zu beginnen. Die Lese 2017 ist somit die bislang früheste Weinernte in der Geschichte des Weingutes. Unser größtes Augenmerk galt der akribischen Selektion von Trockenbeeren- und Beerenauslesen, der Trennung von gesunden Trauben und solchen mit Botrytis, sowie unreifen und reifen Trauben. Dieses Engagement bescherte uns tolle Ergebnisse! Spitzenreiter an der Mosel war das Piesporter Goldtröpfchen mit 192°Oe. Während der relativ kurzen Lese reduzierten sich die anfänglich hohen Säuren von 13g/l auf 9-10g/l. Auch die Aromatik veränderte sich von Tag zu Tag: weg von den vegetativen Komponenten, hin zu reifer Frucht und Fülle.
    Die gärenden Moste, sowie die ersten Weine schmecken sehr frisch und fruchtig. Sie begeistern mit viel Druck im Abgang. Unsere Grossen Gewächse, die aus Anlagen mit einem geringen Anschnitt stammen, überzeugen schon jetzt mit viel Terroir, Power und Nachhall.
    Fazit: Es war ein Jahr der Extreme mit unterschiedlichsten Gegebenheiten und Auswirkungen in unseren drei Anbautälern Mosel, Saar und Ruwer.
    Jedoch steht das Ergebnis zu 100% für das Terroir, die Bedingungen und den Fleiß.

    Freuen Sie sich mit uns auf einen weiteren überaus spannenden und charaktervollen Jahrgang!
  • 2016

    Jahrgangsbericht
    2016

    Beginn der Lese
    12.10.2016
    Ende der Lese
    04.11.2016
    VDP.GROSSE LAGE®
    25 hl/ha
    Gesamtfläche
    33 hl/ha
    Am Ende wird alles gut…
    Das Weinjahr 2016 stellte viele Winzer und ihre Maschinen vor eine harte Geduldsprobe. Doch auch wenn der Start holprig war, so überraschen die Resultate ungemein.

    Es begann mit einem untypisch milden Winter, mit sehr wenigen frostigen Tagen und Nächten. Befürchtungen über eine Insektenplage erweckten bereits eine erste Unruhe – ohne zu wissen welch weitere Überraschungen das neue Jahr noch mit sich bringen würde.  Nach dem, von der Sonne verwöhnten, Jahrgang 2015 waren die Erwartungen auf eine Wiederholung groß – doch leider konnte man hiervon im Jahre 2016 vorerst nichts spüren.
    Das Frühjahr startete sehr nass und im Durchschnitt etwas kälter als im Vorjahr. Die ausgiebigen Niederschläge erschwerten nicht nur die Befahrbarkeit der Weinberge, sondern beeinflussten ebenso negativ das Blühverhalten der Reben.
    Die unglaubliche Menge der Niederschläge im Mai, Juni und Juli stellte perfekte Bedingungen für den falschen Mehltau dar, der sich so rasant verbreiten konnte. Die Kombination von nassen Böden, der Verbreitung des Pilzbefalles und der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmittel stellten ein „Worst-Case-Szenario“ dar. Doch als wäre dies nicht genug, wurde die kesselstättische Monopollage, der Josephshof, am härtesten getroffen. Ein Hagelschlag reduzierte den Ertrag auf unter 15hl/ha, weshalb die bekannten Weine in diesem Jahrgang sehr rar sein werden.

    Die lange Blühphase sowie Hagel und falscher Mehltau führten teilweise zu enormen Ertragsausfällen, welche den aktuellen Jahrgang quantitativ zu unserem dritt kleinsten Jahrgang der letzten 30 Jahre machten. Dies führte dazu, dass der Jahrgang daraufhin schon fast abgeschrieben wurde; doch in letzter Minute bekam der alte Winzerspruch „Der Wein ist noch nicht im Keller“ eine neue Bedeutung: Auf einen trockenen August folgte ein herrlich sonniger und sehr warmer September, der goldgelbe Trauben heranreifen ließ. Die Defizite der vorhergehenden Monate konnten glücklicherweise in dieser Zeit ausgeglichen werden. Der kühle und trockene Oktober ermöglichte eine relativ späte und lange Weinlese, die physiologisch reifes und vor allem gesundes Lesegut mit sich brachte. Die Qualen des Sommers rückten so in den Hintergrund.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die geringen Erntemengen sich sehr positiv in der Traubenqualität äußern und prägnant die ausdruckstarken Attribute des Jahrganges definieren. Die technische Modernisierung unserer Kelteranlagen mit dem Fokus auf pure Qualität durch schonendste Verarbeitung bescherte uns Moste, die mit vielfältigen konzentrierten Fruchtaromen, reifen Säuren und einer ausdruckstarken Mineralik begeistern. Dadurch kann die optimal verlaufende Spontanvergärung die Einzigartigkeit unserer Lagen wiederspiegeln.

    Freuen Sie sich mit uns auf einen überaus spannenden und außergewöhnlichen Jahrgang!

  • 2015

    Jahrgangsbericht
    2015

    „Wenn es heißt es gibt wenig, gibt es noch weniger!“ Dieser alte Winzerspruch trifft in diesem Jahr wieder zu. Ein sehr guter, wenn auch neidischer Herbst. Selten haben wir uns so in der Menge verschätzt.

    Das Jahr 2015 begann mit wenig Winterfeuchtigkeit, es folgte ein trockenes Frühjahr und ein heißer trockener Sommer. Erst im August und September kamen größere Niederschläge. Zu diesem Zeitpunkt war das Wachstum aber bereits weitgehend abgeschlossen. Die Folge waren kleine goldgelbe Beeren mit extrem niedriger Saftausbeute.

    Wir haben bereits am 28. September mit der Lese begonnen. Unsere Toplagen haben wir in drei Eimer separat gelesen, anschließend die Trockenbeeren nochmals an der Bütte selektioniert. Durch diesen Aufwand konnten wir Spitzenmostgewichte bis 181° Oechsle erreichen. Der sehr kühle und weitgehend trockene Oktober ermöglichte uns eine entspannte Lese. Die Moste lagen größtenteils bei 85 - 95° Oechsle und 9 - 10 g/l Säure.

    Einziger Wermutstropfen ist die geringere Erntemenge, die aber auch die hohe Qualität mitbegründet.
  • 2014

    Jahrgangsbericht
    2014

    Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen…

    Unter diesem Motto steht der 2014er Jahrgang, denn das Selektionieren war dieses Jahr entscheidend für gute Qualität. Nach einem warmen Winter hatten wir um die Osterzeit an der Saar Ernteeinbußen durch Frost und Hagel. Doch ansonsten verlief die Witterung sehr günstig. Die Temperaturen für gesunde und früh reifende Trauben waren optimal. Die Blüte begann bereits am 9. Juni, also ausgesprochen früh. Schön wie Gemälde waren die Trauben Ende September und auch die Erträge nach den letzten 2 mageren Jahrgängen sehr vielversprechend.

    Aufgrund ergiebiger Regenfälle Anfang Oktober war plötzlich Eile geboten. Um die Rieslingtrauben zum idealen Zeitpunkt ernten zu können, mussten wir unseren 70 Erntehelfern einiges abverlangen. Der Selektionsaufwand war dieses Jahr enorm, denn es galt die edlen von den unedlen Trauben sorgfältigst zu trennen. Diese strenge Selektion ging auf Kosten des Ertrages.

    Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt. Wunderbare, fruchtige Rieslingweine aus unseren Grossen Lagen konnten am Anfang der Lese geerntet werden. Mit der Zunahme von Botrytis im Verlauf der Ernte stiegen die Mostgewichte auf Spät- und Auslese Niveau, teilweise mit über 100° Oechlse.

  • 2013

    Jahrgangsbericht
    2013

    Was für ein kurioses Jahr, im Wechselspiel der Temperaturen... Durch den extrem kalten Frühling war der Austrieb erst Ende April. Die weiterhin kalte und nasse Witterung bis Ende Juni verzögerte die Blüte. Hagelschäden an der Ruwer reduzierten darüber hinaus im Juni bereits die Erträge.

    Der Sommer begann im Juli mit großer Hitze und einer langen Trockenperiode, die bis Ende August anhielt und den Vegetationsrückstand teilweise wieder aufholte.

    Der Herbst war wieder sehr nass. Anfang Oktober begannen die ersten Beeren dann zu platzen, wodurch der Ertrag rapide abnahm. Durch die warme Witterung und die Nässe waren am 10. Oktober bereits die ersten Trauben von Botrytis befallen. Hierdurch reduzierte sich der Ertrag nochmals erheblich.

    Die Lese begann früher als geplant und war sehr aufwändig. In den Grossen Lagen wurden grundsätzlich mehrere Lesegänge mit jeweils zwei Eimern durchgeführt. Das vereinfachte die Trennung von gesunden, reifen und von Botrytis befallenen Beeren oder reiferen und weniger reifen Beeren. "Erleichternd" war der äußerst geringe Ertrag, was die kurze Lesezeit von nur 17 Tagen erklärt, die kürzeste der Weingutsgeschichte.

    Im Goldtröpfchen können wir sogar mit einer Beerenauslese von 153° Oechsle glänzen.
  • 2011

    Jahrgangsbericht
    2011

    2011, 1971, 1953, 1945, 1921, 1911 - Jahrgänge der Superlative…

    Das Jahr 2011 begann mit einem sommerlich warmen Frühjahr und der frühesten Traubenblüte, dem 23. Mai, seit Beginn unserer Aufzeichnungen.

    Der Traumherbst mit viel Sonnenschein, warmen Tagestemperaturen und kühlen Nächten belohnte uns mit Trauben von ungewöhnlich hohen Reifegraden und Extrakten.

    Erstmalig begann die Vorlese (nur Botrytis Trauben) im September. Ab dem 4. Oktober wurden nur noch gesunde Trauben, oft in 2 - 3 aufwändigen Lesegängen, eingebracht.

    Der 2011er ist ein Ausnahmejahrgang! Noch nie hatte unser Keller diesen Duft von Pfirsich und Passionsfrucht. Dieser Jahrgang wird uns vom Gutsriesling bis zur edlen Trockenbeerenauslese ein ungewöhnlich hohes Qualitätsniveau schenken.

  • 2009

    Jahrgangsbericht
    2009

    Der Jahrgang 2009 hat hervorragende Qualitäten hervorgebracht, wobei die Mengen 20% unter Vorjahr lagen. Die Vegetation im Sommer war für ein optimales Wachstum der Pflanzen perfekt. Ausreichend Feuchtigkeit über den ganzen Sommer und dann ein wahrlich goldener Herbst im September und Oktober haben uns einen hochreifen Jahrgang mit sehr gesunden Rieslingtrauben beschert.

    Zur Qualitätssteigerung haben wir für die Grossen Gewächse im Juli Trauben geteilt und kurz vor der Lese die Traubenzone komplett entblätter. Die grüne Lese wurde im August vorgenommen, die Rebstöcke auf der Schattenseite Ende August entblättert und bei der Lese vorgelesen und selektiert.

    Um den lagenspezifischen Eigenarten bei diesem Jahrgang wieder besonderen Ausdruck zu verleihen, setzen wir weiterhin auf die Spontanvergärung.

    Unsere Rieslinge zeigen sehr viel Frucht mit reifen Säuren und einer wunderbaren Mineralität. Sie bestechen durch Frucht, Eleganz und Harmonie.

  • 2005

    Jahrgangsbericht
    2005

    Einer der besten Jahrgänge der letzten hundert Jahre! Einem kühlen, trockenen Frühjahr und einem regnerischen Mai-Ende, folgte eine späte, aber schnelle und gleichmäßige Blüte. Ende Juni bis Anfang Juli war es sehr heiß und trocken, ausgiebige Regenfälle schlossen sich jedoch bis August an. Der unglaubliche Goldene Herbst im September und Oktober, sorgte für eine natürliche Konzentration der  dünnhäutigen Trauben und eine hervorragende Reife, die noch über 2003 und 1976 liegen. Wegen des recht kühlen Augusts verfügen die Weine jedoch über sehr gute Säurewerte, vergleichbar mit 1990. Die Erträge liegen ca. 30% unter Vorjahr, da durch Verdunstung und  Rosinieren der Beeren eine natürliche Konzentration erfolgte. Belohnt wurde die sehr selektive Lese mit klaren, fruchtbetonten, dichten Rieslingen und edelsüßen Spitzenweinen. Gekrönt wurde der Jahrgang von Trockenbeerenauslesen mit bis zu 260° Oe.
  • 2003

    Jahrgangsbericht
    2003

    Dem recht feuchten Jahreswechsel folgte ein warmer und trockener Winter. Auch über die gesamte Vegetationszeit hinweg, bis Ende September, war es wärmer und trockener als im langjährigen Mittel. Die Blüte verlief hervorragend und die Reben wuchsen ungewöhnlich schnell. Ende Juni verzeichneten wir einen 3-wöchigen Vegetationsvorsprung. Die Wasserversorgung hatten wir jedoch aufgrund unserer niedrigen Erträge, dem hohen Anteil an Dauerhumus, sowie häufigem Mulchen und Auflockern der Böden gut im Griff. Über den Niederschlag im August waren wir sehr glücklich. Die extreme Hitze hörte ebenfalls Mitte August auf, wodurch die Trauben dann schnell heranreiften. (Schwerere Regenfälle Ende September begünstigten eine langsame Botrytis-Entwicklung, im Besonderen an der Saar, Sonnenbrand und Trockenheit führten zu einer beträchtlichen Ertragsminderung.) Am 6. Oktober begannen wir mit der Lese. Das Traubenmaterial war einmalig, sehr gesund und ausgereift, mit einer Frucht wie seit 30 Jahren nicht mehr. Um Langlebigkeit zu garantieren, werden wir die Weine in diesem Jahr noch länger als sonst auf der Feinhefe belassen.
  • 1999

    Jahrgangsbericht
    1999

    1999 ist ein excellenter Jahrgang, besonders an Saar und Ruwer, da die Mostgewichte selten unter 90° Oechsle lagen. Die Riesling-Lese begann am 5. Oktober an der Saar und endete am 25. November. Die Eisweine wurden am 16. November gelesen. Der Sommer war bereits während der Blüte sehr heiß, so dass die Rebstöcke unter Trockenheit zu leiden hatten. Daher blieben die Beeren auch sehr klein und sie konnten nicht so viel Fruchtzucker produzieren. Der warme September führte zu Botrytis, was uns die sehr hohen Mostgewichte bescherte. Etliche Weinliebhaber vergleichen den Jahrgang 1999 mit 1959.
  • 1998

    Jahrgangsbericht
    1998

    1998 ist ein guter Jahrgang, der sehr elegante Weine hervorbringt. Die Riesling-Lese begann am 22. Oktober und dauerte, inklusive der Lese hervorragender Eisweine, bis zum 21. November. Aufgrund des sehr heißen Sommerwetters blieben die Beeren extrem klein. Der Herbst brachte viel Regen, weshalb die Lese so spät anfing. Die Lese wurde sehr selektiv und ausschließlich in den trockenen Herbstperioden vorgenommen. Der Jahrgang 1998 zeigt eine Fülle von Aromastoffen, so z. B. Pfirsich und schwarze Johannisbeere. Er verfügt über eine lebendige, rassige Säure und hat ein großes Alterungspotential.
  • 1995

    Jahrgangsbericht
    1995

    Witterungsverlauf: 
    -späte Blüte
    -heisser, trockener Sommer
    -feuchter Herbst mit Wetterverbesserung am 8. Oktober

    Mit der Fäulnis hatte die Mosel, Saar und Ruwer wesentlich weniger Probleme als andere An-baugebiete, was sicherlich grösstenteils auf die leichten Schieferböden zurückzuführen ist, da sich hier die Feuchtigkeit und das Wasser weniger staut.

    Die 1995er Ernte ist mit Abstand die mengenmässig kleinste Ernte, die wir in den letzten 10 Jahren eingefahren haben.

    Die Qualitäten verteilen sich an Mosel, Saar und Ruwer unterschiedlich. Der Prädikatsanteil ist hoch mit insgesamt ca. 63 %.

    Eisweine haben wir in folgenden Lagen gelesen:
    05.11. - Waldracher Heiligenhäuschen - 140° Oechsle
    06.11. - Bernkasteler Doctor - 125° Oechsle
    06.11. - Scharzhofberger -142° Oechsle

    Wir sind mit dem Ernteergebnis äusserst zufrieden.

    Der 1995er Jahrgang unterscheidet sich innerhalb der deutschen Anbauregionen erheblich voneinander, wobei unseres Erachtens das Anbaugebiet Mosel, Saar und Ruwer bei weitem am besten abschneidet.

  • 1989

    Jahrgangsbericht
    1989

    1989 ist einer der besten Jahrgänge der letzten 20 Jahre, mit einem hohen Botrytis-Anteil. Aufgrund des idealen Witterungsverlaufs durch das ganze Jahr, haben wir hervorragende Qualitäten ernten können, bis hin zu Beerenauslese- und Trockenbeerenauslese, was nur in absoluten Spitzenjahrgängen möglich ist. Der 1989er wird auch oft mit dem 1976er verglichen.


Wappen: Reichsgraf von Kesselstatt